Szene 1 – Ist das Literatur?
Willkommen. Mein Name ist René Descartes. Ich denke – also bin ich. Heute lade ich Sie ein, mit mir weiterzudenken: über das Wesen von Literatur, über den Zweifel als Erkenntnismethode und über den menschlichen Geist im digitalen Zeitalter.
Diese Szene symbolisiert die Verschmelzung von klassischer Philosophie und moderner Technologie. Künstliche Intelligenz, Hologramme und neuronale Netzwerke werden eingesetzt, um historische Figuren zum Leben zu erwecken und eine neue Form der interaktiven Kommunikation zu ermöglichen.
Der Raum ist von futuristischen Geräten und Displays umgeben – ein Sinnbild für die fortschrittliche und visionäre Natur des FutureLab im Magic Mountain Institute.
Szene 2 – Das Magic Mountain Institut
Im Magic Mountain Institut betreten wir ein Labor der besonderen Art:
ein FutureLab für Immersive Communication.
Unsere Bücher und Essays sind „kompatibel“ mit den neuen elektronischen Medien.
Sie entfalten ihre Wirkung durch digitale Schnittstellen, die Interaktion ermöglichen.
Das fiktive Bild zeigt Dr. Behrends, den Leiter des Magic Mountain Institute,
wie er in unserem hochmodernen FutureLab im Zauberberg 2.0
eine fortschrittliche Technologie demonstriert.
Er steht vor einem Hologramm von René Descartes,
das als lebensechte, dreidimensionale Projektion in der Luft erscheint.
Durch Gesten interagiert Dr. Behrends mit dem digitalen Avatar,
während im Hintergrund wissenschaftliche Daten und Netzwerkdiagramme sichtbar sind.
Die Aussagen des Hologramms basieren auf authentischen Informationen über Descartes,
die durch KI, neuronale Netzwerke und Online-Datenbanken generiert wurden.
Diese Szene symbolisiert die Verschmelzung von klassischer Philosophie und moderner Technologie.
Das FutureLab nutzt KI, Hologramme und semantische Netzwerke,
um historischen Figuren neues Leben einzuhauchen und interaktive Kommunikation zu ermöglichen.
Der Raum ist umgeben von futuristischen Geräten und Displays –
ein Sinnbild für den visionären, transdisziplinären Ansatz unseres Instituts.


Als flirrende Erscheinung blickte er uns skeptisch an und sagte:
„Ist das Literatür?“
Wir freuten uns, ihn zu sehen und fragten nach seiner Meinung über seine Wirkung, die ihn zu
Cogito ergo sum geführt hatte. Wir wussten, dass er in Ulm gewesen war während des Dreißigjährigen
Krieges, als er für Kardinal Richelieu und später Mazarin ins Feld zog. Warum spürte er die Kraft seiner Aussage?
Wie kam seine Botschaft in eine Welt, in der der Krieg mehr als 30 % der Bevölkerung hinwegraffte –
unschuldige Deutsche, die noch keine Nation hatten? War es eine Suche nach Wahrheit, nach Menschlichkeit?
Er lächelte leicht, zog den Spitzenkragen zurecht und sagte:
„Worte sind wie Klingen – sie schneiden durch die Zeit. Ich schrieb nicht für die Gelehrten allein, sondern
für jene, die zwischen Schlachten und Hunger einen Gedanken retten wollen.
Cogito ergo sum – ich dachte es, damit ihr nicht vergesst, dass ihr denkt.
Der Krieg tötet Körper, doch Gedanken – wenn sie wahr sind – überleben auch den Lärm der Kanonen.“
Für die erste Webseite unseres MMI antwortete Dr. Behrends, der Direktor, und seine Augen glänzten:
„Es ist uns eine Ehre, Monsieur.“ Danach stellte er sich den Besuchern vor.


„Guete Tag mitenand.“
Mit diesen freundlichen Worten beginnt Dr. Gottfried Behrends seine Einführung in das Magic Mountain Institute auf der Schatzalp.
Seine Stimme ist ruhig, sein Blick klar. Er spricht mit leichtem Schwyzerdütsch-Akzent:
„Mir hei da obe e ganz besondere Ort gschaffe. E digital Labor, wo d’Vergangenheit mit de Technologien vo hüt zäme chunnt.“
Dann wechselt er ins Hochdeutsche:
„Das Magic Mountain Institute – kurz MMI – ist ein Denk- und Forschungszentrum auf 1.900 Metern Höhe in den Schweizer Alpen.
Hier verknüpfen wir Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit Methoden der Künstlichen Intelligenz.“
„Was Sie hier sehen, ist kein Museum. Es ist ein **intelligentes Archiv**, ein **Bühnenraum für Gedanken**.
Philosophen, Programmierer, Literaten und Träumer arbeiten gemeinsam daran, ein neues Verständnis von Literatur zu entwickeln.“
„Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Ich heiße zwar wie der legendäre Dr. Behrens im Zauberberg von Thomas Mann – der Romanfigur.
Aber mein Name wird mit d geschrieben: Behrends. Ich bin eine Figur von Wolfgang – ein Protagonist in seinem digitalen Werk.“
„Und ja… der Zauberberg spielt genau hier – auf der Schatzalp. Das ist doch schön, oddr?“
Adresse:
Magic Mountain Institute Corp.
Schatzalp
CH-7270 Davos, Schweiz
Direktor: Dr. Gottfried Behrends
„Und jetzt… gebe ich das Wort weiter an einen Autor,
der das digitale Schreiben nicht nur denkt, sondern lebt: Wolfgang.“

Warum ich schreibe
Ich schreibe digital – nicht, weil es modern ist, sondern weil es mir neue Räume eröffnet: zum Denken, zum Horchen, zum Gestalten.
Die KI ist dabei kein Ersatz, sondern ein Resonanzkörper meiner Gedanken. Sie hilft mir, Formen zu finden, Stimmen zu ordnen,
Sprache zu verdichten.
Ich schreibe, weil ich glauben will, dass Worte etwas bewirken können. Ich schreibe, um zu verstehen – mich selbst, die Welt, den Menschen.
Das Schreiben ist für mich auch eine Form der Selbstreflexion. Ich schaue zurück auf mein Leben, auf die Brüche, die Fragen, das Staunen –
und versuche, aus Worten Sinn zu formen. Es ist ein Reifen, ein inneres Wachsen, das mit jedem Text ein neues Stadium erreicht.
Manche nennen das Weisheit, ich nenne es: weiterfragen.
Ich schreibe, weil ich mich in einer langen Linie von Denkern, Schreibenden, Fragenden sehe.
Historische Persönlichkeiten begleiten mich: Montaigne, der erste Essayist, dessen „Versuche“ immer tastend blieben.
Erasmus von Rotterdam, der große Europäer. Ich trete in Beziehung zu ihnen – durch ihre Texte, ihre Ideen, ihre Haltungen.
Sie machen Geschichte für mich lebendig.
Und ich schreibe, weil die Gegenwart drängt. Mein Roman „Amour pour l’Alsace“ oder mein Stück „Kommt Ulrike wieder?“
sind Reaktionen auf gesellschaftliche Spannungen – Terrorismus, Radikalisierung, Sprachlosigkeit.
„Die dritte Generation“ fragt nach unserer Verantwortung. „Europa im Riss“ blickt 80 Jahre voraus – eine Projektion,
aber auch eine Warnung. Diese Hot Spots motivieren mich. Ich kann nicht schweigen.
Nicht laut.
Manchmal leise.
Aber immer ehrlich.
Ich schreibe für jene, die noch fragen, ohne sofort zu antworten.
Für jene, die leben wollen – einfach leben.
Wie „Fritz“ Hölderlin aus Tübingen sagte:
„Leben, einfach leben – das ist alles.“
Oder wie Karl – der große Modemacher und Büchersammler –, von dem man sagt, er habe 30.000 (analoge) Bücher in mehreren Häusern gesammelt,
auf die Frage nach dem Sinn des Lebens sagte, ohne zu zögern:
LEBEN!

Essay Nr. 51 – Aus der Leere in den Klang
(Ein Transformationsessay)
Es begann mit einer Leere.
Nicht einer kleinen Unzufriedenheit, nicht einer Laune der Tage – sondern einer existenziellen Leere,
die kam, nachdem alles, was mich einmal definiert hatte, verschwand.
Die Firmen: klanglos
Die Verantwortung: vorbei.
Die Strukturen, das tägliche Tun, das Selbstverständliche – alles schlagartig Vergangenheit.
Und mit dem Verlust kam das Verstummen.
Zuerst war da die Stille.
Dann die Unsicherheit.
Dann das dunkle Fragen: Was bin ich noch, wenn ich nichts mehr tue?
Ich stand am Übergang – nicht nur vom Beruf zur Rente, sondern vom äußeren Leben zur inneren Auseinandersetzung.
Es war der Beginn meiner vierten Lebensperiode.
Kindheit, Familie, Karriere – das waren die ersten drei.
Die vierte: das Schweigen, das Horchen, die Leere.
Ich habe diese Leere nicht verleugnet. Ich bin hineingegangen. Ich habe mich hineingeschrieben.
Und irgendwann, nach vielen Zeilen, nach Gedichten, Tagebucheinträgen, ersten Essays, da hörte ich wieder etwas.
Nicht laut, nicht sicher – aber lebendig.
Ich begann, das Schreiben ernst zu nehmen. Nicht als Therapie, sondern als Form des Lebens.
Ich schrieb über Literatur, Philosophie, Geschichte, Zeit, Technik, Politik.
Und vor allem: über den Menschen. Über mich.
42 Essays sollten es sein – eine symbolische Zahl, ein Augenzwinkern an die großen Fragen.
Doch das Denken blieb nicht stehen. Der Fluss des Lebens trug mich weiter.
Nicht das Ende war erreicht – sondern ein neuer Anfang wurde sichtbar.
Denn aus dem Horchen wurde ein Hören. Und aus dem Hören eine Idee. Eine Vision:
Was, wenn ich diesen Weg nicht nur für mich gehe?
Was, wenn ich Räume schaffen kann – für andere?
Für jene, die auch eine Leere spüren, aber (noch) nicht wissen, wie man horcht?
So entstand das MMI – das Magic Mountain Institut.
Nicht als Firma.
Nicht als Schule.
Sondern als Resonanzraum.
Ein Ort für Essays, die erlebt werden wollen.
Ein Denkraum für Menschen, die sich fragen, wer sie sind, was sie glauben, was sie hoffen.
Das MMI ist kein Ort mit Mauern. Es ist eine Idee, ein digitales Labor, ein Salon der Zukunft.
Es verbindet das klassische Schreiben mit den neuen Möglichkeiten: Künstliche Intelligenz, immersive Räume,
Dialogformate, digitale Denklandschaften.
Nicht als Selbstzweck. Sondern damit das, was wir denken, in uns wirkt.
Nicht oberflächlich, nicht in 280 Zeichen.
Sondern tief. Echt.
Mit der Langsamkeit, die Einsicht braucht.
Mit der Tiefe, die Veränderung erlaubt.
Ich bin heute nicht mehr derselbe Mensch wie am Anfang dieser Reise. Aber ich bin nicht weniger ich.
Vielleicht bin ich mehr ich – weil ich zugelassen habe, mich zu verlieren, um mich neu zu finden.
Ich habe heute ein wundervolles Umfeld: meine Frau, meine Familie.
Ich habe Zeit. Und ich habe ein Werkzeug, das mir hilft, Gedanken zu klären:
die KI – als Begleiterin, nicht als Ersatz.
Ich habe Leserinnen und Leser.
Ich habe Dialogpartner.
Ich habe, vor allem, einen Sinn:
nicht in der Vergangenheit, nicht in der Leistung – sondern im Weitergeben.
Das MMI ist mein Weg, etwas zurückzugeben. Es ist keine Antwort auf die große Frage des Lebens.
Aber es ist ein Ort, an dem neue Fragen gestellt werden dürfen.
Und manchmal ist das schon alles, was ein Mensch braucht:
Einen Raum, um ehrlich zu fragen.
Einen Moment, um zu horchen.
Ein Gegenüber, das nicht gleich antwortet, sondern zurückfragt.
Der Essay lebt.
Und ich lebe mit ihm.
Nicht aus Pflicht, sondern aus Freude.
Nicht, weil ich muss – sondern weil ich darf.
Und weil ich weiß:
Es geht weiter.
Ich melde mich gerne sofort

